Komponistinnen
Der Dokumentarfilm Komponistinnen (2028) beleuchtet die historischen und persönlichen Umstände, unter denen vier Frauen im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Werke geschaffen haben. Der Berliner Filmemacher Tim van Beveren begleitet Kyra Steckeweh mit der Kamera auf ihrer Spurensuche nach Frankreich, Italien, Polen und Deutschland, zu den Lebens- und Wirkungsstätten von Fanny Hensel, Emilie Mayer, Lili Boulanger und Mel Bonis. Sie trifft dabei Expertinnen und Experten, die sich wissenschaftlich mit der Thematik beschäftigen und denen sie auch Fragen zur gegenwärtigen Situation stellt: Wie wird heute mit dem musikalischen Erbe der Komponistinnen umgegangen? Warum wird ihre Musik so selten aufgeführt?
Am Klavier lässt Kyra Steckeweh die Musik lebendig werden und am Ende der filmischen Reise hat man fast das Gefühl, die Komponistinnen persönlich zu kennen. Ein großer Teil des Film wurde mit Privatmitteln finanziert, aber auch durch eine massive Crowdfunding-Aktion, die durch mfm gestützt und dadurch so finanziert werden konnte, dass der Film fertiggestellt werden konnte.
Der Dokufilm feierte Ende Mai 2018 seine Premiere im legendären Uraufführungskino Babylon in Berlin. Unsere Vorstandsmitfrau Susanne Wosnitzka, die für den Dokufilm in Rom zu Fanny Hensel und Lili Boulanger interviewt wurde, sowie unsere Vorstandsfrau Anne Holler-Kuthe waren zur Premiere nach Berlin gereist. Auch unser mfm-Mitglied Mary Ellen Kitchens wurde im Archiv Frau und Musik zur Situation von Komponistinnen dafür interviewt. Am 17. Februar 2019 konnte mfm die bayerische Erstaufführung im Theatiner Filmtheater mit einem vorangehenden Konzert mit Kyra Steckeweh realisieren. Der Komponistinnen-Dokufilm gewann 2020 den Opus Klassik sowie weitere internationale Preise in Los Angeles und New York.
Dora – Flucht in die Musik
mfm war auch an einem weiteren mit dem Opus Klassik ausgezeichneten Dokumentarfilm beteiligt:
In einer „Welt von Gestern“ schuf die Komponistin Dora Pejačević (1885–1923) ihre Werke, die denen ihrer berühmten männlichen Kollegen in nichts nachstehen. Sie wurde als Gräfin geboren und konnte ihr Talent schon früh entfalten. Aber nach dem ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Monarchie musste sie ihr Leben der neuen Zeit anpassen, um weiter komponieren zu können. „Ein Mensch wie ich kann sich für keine Klasse entscheiden,“ schrieb sie einer Freundin. Nach ihrem tragischen Tod 1923 in München geriet Dora Pejačević in Deutschland in Vergessenheit. Die bedeutenden Pejačević-Forschungen der kroatischen Musikwissenschaftlerin Koraljka Kos ermöglichten die Entstehung dieses Films. Darin wird Dora Pejačevićs Musik wieder lebendig und es wird gemeinsam mit dem Gewandhausorchester Leipzig ein Plan umgesetzt, den sie vor 100 Jahren nicht mehr zu Ende bringen konnte.
mfm konnte diesen Film zu Dora Pejačevićs 100. Todestag (5. März) am Weltfrauentag 2023 als exklusiv vorgezogene Bundespremiere (Bundesfilmstart: 9. März 2023) im Theateriner Filmtheater erstmals dem Münchner Publikum vorstellen, worüber der Bayerische Rundfunk berichtete und wovon sich auch die Münchner Symphoniker inspirieren ließen: 2023 führte dieses Orchester unter Leitung von Joseph Bastian Dora Pejačevićs Symphonie op. 41 fis-Moll erstmals in München auf. Seitdem verbindet dieses Orchester und mfm eine Zusammenarbeit. Der Bayerische Rundfunk brachte am 7. Oktober 2024 auch dieses Interview dazu mit mfm-Beteiligung.
- Kyra Steckeweh © Susanne Wosnitzka
- Filmplakat „Komponistinnen“ © Susanne Wosnitzka
- Kyra Steckeweh und Tim van Beveren im Kino © Susanne Wosnitzka

















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